8. September 2026 · 91. Sitzung
Themen / Verkehr & Infrastruktur
Verkehr & Infrastruktur
Wo stehen die Fraktionen?
Nicht aus Wahlprogrammen, sondern aus den jüngsten echten Redebeiträgen im Plenum.
Die Union feiert den Verkehrshaushalt als Investitionshaushalt mit 170 Milliarden Euro bis 2030 und verteidigt die Kreditfähigkeit der Autobahn GmbH nach österreichischem Vorbild. Sie verweist auf beschleunigte Planungen durch das Infrastruktur-Zukunftsgesetz.
»Stau ist eine gute Nachricht – in vielen Fällen jedenfalls; denn ein Land im Stau ist ein Land im Bau.«– Carl-Philipp SassenrathAus der Debatte vom 8. September 2026 →
Die SPD trägt die Rekordinvestitionen mit, fordert aber eine überjährige Finanzierung über einen Schieneninfrastrukturfonds und mehr Transparenz des Ministeriums bei fehlenden Mitteln. Sie kritisiert geplante Stellenstreichungen bei der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung.
»Es ergibt keinen Sinn, Milliarden für die Sanierung unserer Wasserstraßen bereitzustellen und gleichzeitig bei den Menschen zu sparen, die diese Sanierung umsetzen sollen.«– Truels ReichardtAus der Debatte vom 8. September 2026 →
Die Grünen werfen der Koalition vor, das Sondervermögen nicht zusätzlich zu investieren, sondern damit Löcher im Kernhaushalt zu stopfen. Sie kritisieren die Verteilung der Investitionen auf vier Haushaltstöpfe als Verstoß gegen Haushaltsklarheit.
»Wir haben Rekordschulden und trotzdem nicht genug Geld für Investitionen.«– Tarek Al-WazirAus der Debatte vom 8. September 2026 →
Die AfD fordert eine deutliche Umschichtung zugunsten der Straße, da über 75 Prozent des Verkehrs dort stattfänden. Sie will die Bahn in eine GmbH umwandeln, die A20 vorrangig fertigstellen und mehr Mittel für Bundeswasserstraßen bereitstellen.
»Wir brauchen mehr Geld für die Sanierung der Bundesfernstraßen; denn dieser Zustand ist unerträglich!«– Wolfgang WiehleAus der Debatte vom 8. September 2026 →
Die Linke kritisiert die Verlagerung von Verkehrsmitteln in den Verteidigungsetat und die geplante Kreditfähigkeit der Autobahn GmbH als Einstieg in private Renditen. Sie fordert ein dauerhaft finanziertes, günstigeres Deutschlandticket und ein bundesweites Sozialticket.
»Straßen, Schienen und Brücken dürfen aber nicht nach militärischen Prioritäten saniert werden.«– Sascha WagnerAus der Debatte vom 8. September 2026 →
Der SSW-Abgeordnete Seidler nennt den Tankrabatt weder zielgenau noch gerecht und sieht die fossile Abhängigkeit unangetastet. Er fordert ein soziales Klimageld, bundesweite Sozialtickets und eine Stromsteuersenkung für alle.
»Der Tankrabatt ist weder zielgenau noch gerecht.«– Stefan SeidlerAus der Debatte vom 16. April 2026 →
9 Sitzungen
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Geprüfte Behauptungen zu Verkehr & Infrastruktur
»Die Zahl der Insolvenzen erreichte im ersten Halbjahr den höchsten Stand seit 2005. Gleichzeitig gab es im ersten Halbjahr 2026 mehr als 350 000 Neugründungen von Gewerben; gut 8 Prozent mehr als im Vorjahr.«
»Bis Ende Juli konnten bereits mehr als 50 Milliarden der 500 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen investiert werden.«
»Nach der alten Schuldenbremse von März 2025 wären nur 63,3 Milliarden Euro an Krediten zulässig gewesen.«
»Der Bund führt 539 000 Stellen. Neu geschaffen davon werden über 12 000 – und rund 96 Prozent davon ohne jede Befristung. Und gleichzeitig ist jede sechste Stelle unbesetzt: 94 000 Stellen ohne einen Menschen drauf.«
»Das ifo-Institut in München hatte für dieses Jahr 0,8 Prozent Wachstum vorhergesagt; es rechnet jetzt mit 1,4 Prozent.«
»Der Bund wird, sofern es uns nicht gelingt, diesen Trend zu durchbrechen, im Zeitraum von 2025 bis 2033, also innerhalb von neun Jahren, eine Gesamtverschuldung von 1,7 Billionen Euro anhäufen. Zur Vergegenwärtigung: Das ist genauso viel wie in den 75 Jahren zuvor.«
»Arbeit wird im Schnitt mit mehr als 40 Prozent besteuert, während Vermögen mit 25 Prozent abgegolten wird. 1 Prozent – 1 Prozent! – der vermögensbezogenen Steuern fällt hierzulande an. In den USA und in Großbritannien sind das 3 bis 4 Prozent«
»und das in einem Land – darauf will ich verweisen –, in dem die Renten ohnehin 10 Prozentpunkte unter dem EU-Durchschnitt liegen.«
»Man muss sich nur die Situation im Sommer ansehen; in diesem Jahr knapp 16 000 Hitzetote, Niedrigwasser und Waldbrände.«
»Kein einziges der größten 100 Unternehmen in diesem Land hat einen Vorstandsvorsitzenden aus Ostdeutschland. Weniger als 5 Prozent der Bundesrichter und nur 10 Prozent der wichtigsten Medienmacher kommen aus dem Osten.«