Bundestakt

30. Januar 2026 · 57. Sitzung · 21. Wahlperiode

Jahreswirtschaftsbericht 2026 und Klimaziel-Streit

01 / 05

1 Prozent Wachstum, viel Gegenwind

Wirtschaftsministerin (CDU) erklärt die Stagnation für beendet: 1 Prozent Wachstum 2026, 129 Milliarden Euro Bundesinvestitionen. Die Opposition hält dagegen, das Plus sei vor allem geborgt.

02 / 05

Union rüttelt an der Klimaneutralität

In der Aktuellen Stunde fordert (CDU/CSU) einen gestreckten Pfad bei den Klimazielen. Umweltminister (SPD) kündigt nach einem Gerichtsurteil ein neues Klimaschutzprogramm an.

03 / 05

Revolutionsgarde auf der Terrorliste

Die EU stuft Irans Revolutionsgarde als Terrororganisation ein. Fast alle Fraktionen begrüßen das, streiten aber über Abschiebestopp und die Aufnahme verfolgter Menschenrechtsaktivisten.

04 / 05

Neue Chance auf eine Spenderniere

Ein Gesetzentwurf soll die Überkreuz-Lebendnierenspende erlauben. Derzeit warten Betroffene bis zu acht Jahre auf ein Organ. Umstritten bleiben Spenderschutz und die Widerspruchslösung.

05 / 05

Adenauer und das Erbe von 1949

Zum 150. Geburtstag Konrad Adenauers erinnert das Parlament an Westbindung, soziale Marktwirtschaft und wehrhafte Demokratie - und streitet darüber, wer sich auf dieses Erbe berufen darf.

2Zahlen der Sitzung

So lief der Tag

Sitzungsdauer

6 Std. 0 Min.

Reden

76

Zwischenrufe

387

aus dem Protokoll gezählt

Abstimmungen

0

Redezeit je Fraktion

Näherung über die Wortzahl der Redebeiträge (~140 Wörter pro Minute)

1 Punkt = 1 Minute Redezeit

  • Union1 Std. 40 Min.32,9 %
  • SPD1 Std. 6 Min.21,7 %
  • Grüne45 Min.14,8 %
  • AfD1 Std. 3 Min.20,7 %
  • Linke30 Min.9,9 %

Wer ruft wem dazwischen?

Links, wer ruft – rechts, wer gerade am Rednerpult steht. Zwischenrufe aus dem Protokoll, soweit einer Fraktion zugeordnet.

Größter Strom: AfD → Union (59 Zwischenrufe). Am häufigsten unterbrochen: Reden von Union (125) und AfD (110).

RUFT DAZWISCHENAM REDNERPULTUnion56SPD27Grüne95AfD167Linke42Union125SPD50Grüne61AfD110Linke41
  • Union ruft bei Reden von Union: 7
  • Union ruft bei Reden von SPD: 3
  • Union ruft bei Reden von Grüne: 22
  • Union ruft bei Reden von AfD: 12
  • Union ruft bei Reden von Linke: 12
  • SPD ruft bei Reden von Union: 4
  • SPD ruft bei Reden von SPD: 6
  • SPD ruft bei Reden von Grüne: 1
  • SPD ruft bei Reden von AfD: 15
  • SPD ruft bei Reden von Linke: 1
  • Grüne ruft bei Reden von Union: 40
  • Grüne ruft bei Reden von SPD: 7
  • Grüne ruft bei Reden von Grüne: 8
  • Grüne ruft bei Reden von AfD: 40
  • AfD ruft bei Reden von Union: 59
  • AfD ruft bei Reden von SPD: 29
  • AfD ruft bei Reden von Grüne: 27
  • AfD ruft bei Reden von AfD: 26
  • AfD ruft bei Reden von Linke: 26
  • Linke ruft bei Reden von Union: 15
  • Linke ruft bei Reden von SPD: 5
  • Linke ruft bei Reden von Grüne: 3
  • Linke ruft bei Reden von AfD: 17
  • Linke ruft bei Reden von Linke: 2

»Die nächsten Jahre sind unser Reformfenster, und es steht nicht ewig offen.«

Katherina ReicheBundesministerin für Wirtschaft und Energie (CDU/CSU)

Am Ende ihrer Rede zum Jahreswirtschaftsbericht 2026, in der sie 1 Prozent Wachstum in Aussicht stellte und zugleich Strukturreformen bei Energie, Bürokratie und Sozialsystemen anmahnte.

Bundestag, 30. Januar 2026 – Wirtschaftsbericht, Klimaziele und das Erbe Adenauers

Der Sitzungstag kreiste um eine Frage: Wie kommt Deutschland aus der Stagnation, ohne Klimaziele preiszugeben? Dazwischen lagen ein Gesetzentwurf zur Lebendnierenspende und ein AfD-Antrag zur Abschaffung der Erbschaftsteuer, den alle anderen Fraktionen zurückwiesen.

Debatte zur Wirtschaftslage

(CDU/CSU) kündigte 1 Prozent Wachstum, 129 Milliarden Euro Bundesinvestitionen und sechs Handlungsfelder von Bürokratierückbau bis Außenwirtschaft an. (AfD) sah weiter "Gewurschtel", (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) führte das Plus auf Schulden und Feiertage zurück. (SPD) setzte auf Produktivität durch KI, (Die Linke) auf Binnennachfrage statt Sozialabbau.

Anträge zu Mobilitätsgarantie und Nahverkehr

(Die Linke) nutzte seine Redezeit vor allem für die drohende Werksschließung bei Bosch in Waiblingen. Union und SPD verwiesen auf die Zuständigkeit der Länder und lehnten beide Anträge ab, (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) forderte ein reformiertes Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz. (AfD) erhielt für eine herabwürdigende Formulierung einen .

Debatte zum 150. Geburtstag Konrad Adenauers

(CDU/CSU) würdigte Westbindung und Aussöhnung, (SPD) die wehrhafte Demokratie, (SPD) die vier Frauen im Parlamentarischen Rat. (Die Linke) erinnerte an NS-Belastete in Adenauers Apparat.

Antrag zur Lage im Iran

(BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) nannte die EU-Terrorlistung der Revolutionsgarde überfällig und forderte Abschiebestopp und Aufnahmeprogramm. (CDU/CSU) widersprach pauschalen Abschiebeverboten, (SPD) verlangte Strafverfolgung in Den Haag.

Aktuelle Stunde: Energiesouveränität

(CDU/CSU) stellte die Klimaneutralität zur Diskussion, Umweltminister (SPD) hielt dagegen und kündigte nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts ein neues Klimaschutzprogramm an. (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) kritisierte den Verkauf von Tanklageranteilen an einen US-Investor, die AfD forderte den Austritt aus dem Pariser Abkommen.

3Top-Themen

Worum es wirklich ging

Thema 1

Jahreswirtschaftsbericht 2026: Wachstum auf Pump?

Worum es geht

Einmal im Jahr legt die Bundesregierung ihre Einschätzung zur Wirtschaftslage vor. Wirtschaftsministerin (CDU) erwartet für 2026 rund 1 Prozent Wachstum nach zwei Jahren Rezession und einem Jahr Stagnation. Getragen wird das vor allem von öffentlichen Investitionen aus den Sondervermögen: 129 Milliarden Euro stellt der Bund in diesem Jahr bereit. Gleichzeitig nennt der Bericht hohe Energiepreise, hohe Lohnnebenkosten, Zollkonflikte und die schrumpfende Erwerbsbevölkerung als Bremsen. Das Potenzialwachstum liegt nur bei etwa 0,5 Prozent.

Was heißt das für dich?

Für dich entscheidet sich hier, ob Jobs sicher bleiben und wie viel vom Gehalt übrig bleibt. Die Regierung verweist auf gesunkene Strompreise, abgeschaffte Gasspeicherumlage und steigende Reallöhne, die Opposition auf 400.000 verlorene Industriearbeitsplätze seit 2019 und steigende Arbeitslosigkeit. Debattiert wurde außerdem offen über längere Arbeitszeiten, ein höheres Renteneintrittsalter und Teilzeit - also darüber, wie lange und wie viel du künftig arbeiten sollst. Wer in der Industrie, im Handwerk oder bei einem Zulieferer arbeitet, merkt die Folgen zuerst.

Wo die Fraktionen stehen5 Positionen
CDU/CSU

Die Union sieht die Talsohle durchschritten und führt das auf Investitionsprogramme, Entlastungen bei Netzentgelten und Energiekosten sowie Reformen wie Aktivrente und neue Grundsicherung zurück. Weitere Strukturreformen in allen Politikbereichen sollen folgen, unter anderem die Stromsteuersenkung für alle.

»Wir sind wieder im Wirtschaftswachstum, und das ist gut so.«–
SPD

Die SPD wertet das Wachstum als Erfolg des Sondervermögens und der Investitionspolitik, verweist aber auf schwache private Investitionen und niedriges Potenzialwachstum. Sie setzt auf Produktivität durch Technologie, einen KI-Gutschein für den Mittelstand und mehr Handelsabkommen.

»Nach fünf Jahren der Stagnation kommt unsere Wirtschaft endlich wieder in Gang.«–
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Die Grünen werfen der Regierung vor, trotz bester Finanzausstattung die Wirtschaftswende zu versenken. Sie kritisieren fehlende Planungssicherheit bei Klimazielen, zu wenige Gesetze aus dem Wirtschaftsministerium und fordern Cleantech-Förderung, digitale Souveränität und die Stromsteuersenkung für alle.

»Sie sind der lebende Beweis dafür, dass Wirtschaftslobbyismus und Wirtschaftskompetenz nicht das Gleiche sind.«–
AfD

Die AfD erkennt die Analyse des Berichts teilweise an, hält die Politik der Koalition aber für das Gegenteil davon. Sie fordert Entlastungen bei Steuern und Abgaben, ein Ende der Energiewende und sieht staatlich finanziertes Wachstum als erkauften Aufschub.

»Das Gewurschtel geht auch unter Merz und Klingbeil weiter.«–
Die Linke

Die Linke hält die Diagnose des Berichts für zutreffend, die Schlussfolgerungen aber für falsch. Sie fordert höhere Löhne, höhere Investitionen und eine Industriepolitik, die Arbeitsplätze sichert, statt längerer Arbeitszeiten und Sozialabbau.

»Wir haben doch kein Produktivitätsproblem, sondern ein Absatzproblem.«–

Thema 2

Klimaziele unter Druck, Energie als Sicherheitsfrage

Worum es geht

Die Grünen hatten eine Aktuelle Stunde zu Energiesouveränität und Klimazielen verlangt. Anlass sind Forderungen aus der Union, die Klimaneutralität 2045 zu strecken, sowie ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom Vortag, das das Klimaschutzprogramm der Vorgängerregierung als unzureichend bewertet. Umweltminister (SPD) kündigte daraufhin ein neues Klimaschutzprogramm an und verwies auf das europäische Ziel von 90 Prozent Treibhausgasminderung bis 2040. Umstritten war zudem der Verkauf von Anteilen an Tanklagern an einen US-Investor.

Was heißt das für dich?

Hier geht es um deine Stromrechnung und um die Frage, wer in zehn Jahren über die Netze und Tanklager bestimmt, von denen Heizung und Mobilität abhängen. Die Regierung verweist auf gesunkene Erzeugungskosten der Erneuerbaren und 80 Milliarden Euro jährlich eingesparte Energieimporte, die AfD auf hohe Abgaben und Netzentgelte. Für Beschäftigte in Auto-, Stahl- und Chemieindustrie hängt an der Frage, wie schnell CO2 sinken muss, auch die Zukunft ihres Arbeitsplatzes. Und das neu aufgelegte E-Auto-Programm ist sozial gestaffelt, betrifft also direkt mittlere Einkommen.

Wo die Fraktionen stehen5 Positionen
CDU/CSU

Die Union tritt uneinheitlich auf: Ein Teil will die Ziele angesichts veränderter Weltlage strecken und das Verbrennerverbot kippen, ein anderer betont, Klimaschutz und starke Wirtschaft gehörten zusammen und fordert längere kostenlose Emissionszertifikate für die Industrie über 2039 hinaus.

»Bei uns in der CDU gibt es keine Denkverbote.«–
SPD

Die SPD hält an den beschlossenen Zielen fest, kündigt ein neues Klimaschutzprogramm an und betont soziale Flankierung sowie den Erhalt von Stahl- und Zementproduktion im Land. Erneuerbare gelten ihr als Beitrag zur Versorgungssicherheit.

»Die Energieresilienz und die Energiesouveränität wachsen mit dem Umstieg auf die Erneuerbaren.«–
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Die Grünen verlangen, an den Klimazielen festzuhalten, Beteiligungs- und Klagerechte der Umweltverbände nicht einzuschränken und kritische Energieinfrastruktur nicht an ausländische Investoren zu verkaufen. Erneuerbare gelten ihnen als Souveränitäts- und Friedensenergien.

»Stoppen Sie das Aufweichen der Klimaziele!«–
AfD

Die AfD bestreitet die Grundlage der Klimapolitik, fordert den Austritt aus dem Pariser Abkommen, den Wiedereinstieg in die Kernenergie und neue Kohlekraftwerke. Sie bezeichnet die Energiewende als Hauptursache der Wettbewerbsschwäche.

»Wir brauchen drei generelle Kernpunkte: Technologieoffenheit, Versorgungssicherheit und einen breiten Energiemix.«–
Die Linke

Die Linke verlangt eine dezentrale Energiewende in öffentlicher Hand, warnt vor neuen fossilen Abhängigkeiten und vor Einschränkungen der Klagerechte von Umweltverbänden. Den Netzausbau will sie nicht den Konzernen überlassen.

»Wir brauchen die Strom- und Wärmenetze in öffentlicher Hand«–

Thema 3

Überkreuz-Lebendnierenspende: mehr Organe, mehr Fragen

Worum es geht

Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf zur dritten Änderung des Transplantationsgesetzes eingebracht. Bisher ist eine Lebendnierenspende nur zwischen Angehörigen oder einander besonders nahestehenden Personen erlaubt. Oft passt das Organ medizinisch aber nicht. Künftig sollen zwei oder mehr solcher nicht zueinander passenden Paare ihre Nieren über Kreuz spenden können, zusätzlich soll eine anonyme Spende an unbekannte Empfänger möglich werden. Die Wartezeit auf eine Spenderniere beträgt in Deutschland bis zu acht Jahre, Ende 2024 standen mehr als 6.400 Menschen auf der Warteliste.

Was heißt das für dich?

Wenn du oder jemand in deinem Umfeld dialysepflichtig ist, bedeutet das konkret: dreimal pro Woche vier bis fünf Stunden Blutwäsche - oder die Chance auf eine Transplantation, die bisher an einer Blutgruppe scheiterte. Wer selbst spenden will, bekommt laut Entwurf verpflichtende Aufklärung, psychosoziale Beratung und Nachsorge. Mehrere Fraktionen warnen allerdings, dass Spätfolgen wie Fatigue oder Erwerbsunfähigkeit bisher oft erst nach jahrelangen Gerichtsverfahren anerkannt werden. Und parallel läuft die Debatte darüber, ob künftig jede und jeder als Organspender gilt, solange kein Widerspruch vorliegt.

Wo die Fraktionen stehen5 Positionen
CDU/CSU

Die Union begründet die Erweiterung mit dem Organmangel und betont, der Anonymitätsgrundsatz und die Lebendspendekommission schlössen Organhandel weiterhin aus. Bundeseinheitliche Verfahren und unabhängige Beratung sollen Spender schützen.

»Dieses Gesetz wird Leben retten; denn wir erweitern bei der Lebendnierenspende den Spender- und den Empfängerkreis.«–
SPD

Die SPD unterstützt den Entwurf, verlangt aber ehrliche Aufklärung über Spätfolgen und eine konsequente sozialrechtliche Absicherung der Spenderinnen und Spender. Zugleich drängt sie darauf, in dieser Wahlperiode über die Widerspruchslösung zu entscheiden.

»Wir brauchen eine Widerspruchslösung in Deutschland!«–
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Die Grünen tragen das Ziel mit, kritisieren aber die Streichung des Merkmals Geschlecht aus der Dokumentation und fordern psychosoziale Beratung sowie eine Befassung der Lebendspendekommission für beide Seiten - immer, nicht nur im Regelfall.

»Frauen spenden deutlich häufiger Nieren an ihre Partner«–
AfD

Die AfD verweist auf einen eigenen früheren Antrag zur Überkreuzspende, hält den Regierungsentwurf aber für unausgereift. Sie kritisiert Bürokratieaufwand und unzureichende Absicherung geschädigter Spender und lehnt eine Widerspruchslösung ab.

»Der Mensch darf nicht als potenzielles Ersatzteillager angesehen und behandelt werden.«–
Die Linke

Die Linke begrüßt ein bundesweites Programm, sieht aber erheblichen Nachbesserungsbedarf bei der anonymen Spende und bei der Aufhebung des Vorrangs postmortaler Organe. Sie fordert stärkere Begleitung vor, während und nach der Entnahme.

»Langfristige gesundheitliche Risiken für Lebendspender/-innen dürfen einfach nicht ausgeblendet werden.«–

4Faktencheck

Behauptungen im Check

Überprüfbare Tatsachenbehauptungen aus der Debatte, recherchiert mit aktuellen Quellen und redaktionell geprüft. Bewertet werden Aussagen, nicht Personen – zur Methodik.

1 / 10
Katherina ReicheUnion
Teilweise belegt
»Der Bund stellt allein in diesem Jahr 129 Milliarden Euro an Investitionen bereit, 20 Milliarden Euro mehr als im letzten Jahr.«

Die Wirtschaftsministerin begründet im Jahreswirtschaftsbericht die Investitionsoffensive der Bundesregierung.

So haben wir geprüft

Die erste Hälfte der Aussage stimmt: Nach dem beschlossenen Bundeshaushalt 2026 plant der Bund Investitionen von rund 128,7 Milliarden Euro – gerundet also die genannten 129 Milliarden. Dieser Betrag setzt sich laut Bundesfinanzministerium aus 58,4 Milliarden Euro im Kernhaushalt, 48,1 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK, ein kreditfinanzierter Extratopf außerhalb des regulären Haushalts) und 22,3 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds zusammen.

Die zweite Hälfte trifft so nicht zu. Das Bundesfinanzministerium beziffert den Zuwachs selbst auf rund 13,1 Milliarden Euro gegenüber dem Soll 2025 von 115,7 Milliarden Euro – nicht auf 20 Milliarden. Auch die alternative Vergleichsbasis trägt die Zahl nicht: Tatsächlich abgeflossen sind 2025 nach dem vorläufigen Haushaltsabschluss nur 86,8 Milliarden Euro aus Haushalt, SVIK und KTF zusammen; allein im Kernhaushalt wurden statt geplanter 62,7 Milliarden Euro nur 55,4 Milliarden investiert, was das Ministerium vor allem mit der bis Anfang Oktober 2025 geltenden vorläufigen Haushaltsführung begründet. Gegenüber diesem Ist-Wert wäre der Anstieg mit rund 42 Milliarden Euro deutlich größer als behauptet – keine der beiden sauberen Vergleichslinien ergibt 20 Milliarden.

Wichtig für die Einordnung: Es geht um bereitgestellte Mittel, nicht um verbaute Straßen oder Schienen. Das Jahr 2025 hat gezeigt, dass zwischen Haushaltsansatz und tatsächlichem Mittelabfluss eine Lücke von mehreren Milliarden liegen kann.

5Debattenkultur

Wie miteinander geredet wurde

Zwei Skalen von 1 bis 10, gleiche Kriterien für alle Fraktionen: Themenfokus (10 = Redezeit konsequent beim Thema) und Konfrontation (10 = maximal konfrontativer Ton).

CDU/CSU
Themenfokus7/10
Konfrontation6/10

In Wirtschafts-, Transplantations- und Verkehrsdebatte blieb die Fraktion weitgehend bei der Sache, nutzte die Aktuelle Stunde allerdings erkennbar für einen innerparteilichen Klimakurs-Streit. Scharf wurde es bei Sepp Müllers wiederholtem "Gehen Sie endlich mal arbeiten" und Michael Donths Vergleich der Transformationsräte mit Sowjets.

SPD
Themenfokus8/10
Konfrontation4/10

Die SPD argumentierte überwiegend sachbezogen mit Zahlen zu Regionalisierungsmitteln, Rufbussen und Netzausbau und suchte in der Iran- und Organspendedebatte gemeinsame Linien. Dirk Wieses minutenlange Zwischenfrage zum AfD-Wahlprogramm in Baden-Württemberg führte allerdings weit weg vom Jahreswirtschaftsbericht.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Themenfokus7/10
Konfrontation7/10

Inhaltlich lagen konkrete Vorschläge auf dem Tisch, vom GVFG-Umbau bis zu Änderungsanträgen beim Transplantationsgesetz. Zugleich arbeitete stark mit persönlicher Zuspitzung gegen die Ministerin ("Woher kommt Ihr Hass"), und zielte mit der "mega/MAGA"-Pointe auf (CDU) statt auf dessen Argumente.

AfD
Themenfokus5/10
Konfrontation8/10

Zur Wirtschaftslage lieferte die Fraktion Zahlen, bog aber regelmäßig zu Migration, EU-Austritt und Islamisierung ab, etwa bei Marc Bernhards Rede zum Jahreswirtschaftsbericht. erhielt für den Transfeindlichkeits-Vorwurf gegen (Grüne) einen Ordnungsruf, attackierte die Grünen in der Iran-Debatte überwiegend persönlich.

Die Linke
Themenfokus6/10
Konfrontation7/10

sprach in der Kernzeitdebatte über den eigenen ÖPNV-Antrag fast ausschließlich über die Werksschließung bei Bosch, was mehrere Redner als Themenverfehlung rügten. und griffen die Ministerin scharf persönlich an, blieb beim Erbschaftsteuerthema sachlich belegt.

6Weiterlesen

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