23. September 2026 · 95. Sitzung
Themen / Wohnen & Miete
Wohnen & Miete
Dossier
Bauturbo gegen Wohngeldkürzung: Wohnpolitik unter Sparzwang
Die Koalition will schneller bauen und streicht zugleich rund eine Milliarde Euro beim Wohngeld. Zwischen April und September 2026 verhandelte der Bundestag beide Seiten – oft innerhalb weniger Tage.
Zur Tiefenanalyse →Wo stehen die Fraktionen?
Nicht aus Wahlprogrammen, sondern aus den jüngsten echten Redebeiträgen im Plenum.
Die Union unterstützt den Kurs und betont, Förderung allein reiche nicht: Baukosten müssten über schnellere Genehmigungen, Gebäudetyp E und schlankere KfW-Programme sinken. Zusätzlich fordert sie Eigentumsförderung, Entlastung bei der Grunderwerbsteuer und mehr Mittel für altersgerechten Umbau.
»Bauen, Vermieten und Wohnen müssen sich rechnen, sonst nimmt niemand Geld in die Hand, um in Zukunft in den Bau von Wohnungen zu investieren.«– Michael KießlingAus der Debatte vom 10. September 2026 →
Ministerin Hubertz verweist auf 13 Monate steigende Baugenehmigungen und Rekordmittel für sozialen Wohnungsbau und Städtebauförderung. Die Wohngeldkürzung nennt sie schmerzhaft und stellt Nachbesserungen im parlamentarischen Verfahren in Aussicht; Fraktionsredner verknüpfen Änderungen beim Wohngeld mit einem strengeren Mietrecht.
»Um die entsprechenden Einsparungen zu leisten, waren Änderungen beim Wohngeld der einzig gangbare Weg.«– Verena HubertzAus der Debatte vom 10. September 2026 →
Die Grünen kritisieren die Lücke zwischen Ankündigung und Wirklichkeit, etwa bei der bislang konzeptlosen Bundeswohnungsbaugesellschaft, und verlangen Investitionszuschüsse für eine neue Wohngemeinnützigkeit. Sie fordern die Rücknahme der Wohngeldkürzung sowie Programme für Klimaanpassung und Hitzeschutz in Quartieren.
»Kürzen Sie uns die Zukunft nicht weg!«– Mayra VriesemaAus der Debatte vom 10. September 2026 →
Die AfD nennt den sozialen Wohnungsbau in dieser Form Geldverschwendung und macht Baukosten, Energiepreise und Migration für die Wohnungsnot verantwortlich. Sie fordert weniger Vorschriften, niedrigere Abgaben, mehr kommunale Finanzautonomie und die Rücknahme der Wohngeldkürzung.
»Sie kürzen bei den Geringverdienern das Wohngeld, und genau dieses Geld wollen Sie dann für neue Sozialwohnungen ausgeben.«– Marc BernhardAus der Debatte vom 10. September 2026 →
Die Linke spricht von einem Kahlschlag beim Wohngeld und warnt vor Wohnungslosigkeit besonders bei älteren Menschen. Sie fordert dauerhaft gebundene Wohnungen in öffentlicher und genossenschaftlicher Hand, einen bundesweiten Mietendeckel und die Finanzierung über Vermögensbesteuerung statt Rüstungsausgaben.
»Wer sein Leben lang für diese Gesellschaft gearbeitet hat, darf im Alter nicht vor die Tür gesetzt werden; denn Wohnen ist ein Menschenrecht, und zwar für alle Menschen.«– Sahra MirowAus der Debatte vom 10. September 2026 →
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Geprüfte Behauptungen zu Wohnen & Miete
»Schon 2025 haben wir rund 25 000 neue Soldatinnen und Soldaten eingestellt, so viele wie nie zuvor seit Aussetzung der Wehrpflicht, meine Damen und Herren.«
»Wir haben zu viele Arztkontakte im Jahr, mehr als 1 Milliarde, pro Kopf gerechnet so viele wie in keinem anderen Land auf diesem Globus.«
»Das Fixum für Apotheken lag seit 2013 bei 8,35 Euro. Es wird jetzt zum 01.01.2027 – das ist der zweite Schritt – auf 9,50 Euro erhöht.«
»In diesem Jahr war es in Deutschland so heiß wie noch nie zuvor. Es sind über 16 000 Menschen an Hitze gestorben.«
»Letztes Jahr gab es mehr als 14 000 Vergewaltigungen, also fast 40 täglich. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg von 8,5 Prozent. Seit 2018 ist die Zahl der Vergewaltigungen gar um 72 Prozent gestiegen.«
»332 000 Einbürgerungen allein im letzten Jahr, die meisten davon Syrer, 900 täglich!«
»Die Bearbeitung eines großen Bauantrags dauert in Berlin 14 Jahre.«
»Allein die Einkommensteuerreformvorschläge der AfD würden uns alle jährlich 181 Milliarden Euro kosten; das hat das DIW ausgerechnet.«
»Meine Kollegin Caren Lay hat errechnet, dass Vonovia 2025 im Durchschnitt pro Wohnung und Monat 166 Euro an ihre Aktionäre ausgeschüttet hat«
»Laut Statistischem Bundesamt stiegen die Kaufpreise für Wohnimmobilien von 2014 bis 2024 um über 55 Prozent, während die Nettokaltmieten nur um 17 Prozent zulegten.«