15. April 2026 · 70. Sitzung · 21. Wahlperiode
Spritpreiskrise, Mietrecht und Digitalpolitik
17 Cent weniger an der Zapfsäule
Die Koalition senkt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um rund 17 Cent pro Liter, befristet auf zwei Monate ab 1. Mai. Das entspricht etwa 10 Euro pro Tankfüllung.
Grüne nennen es Tankrabatt 2.0
Michael Kellner wirft der Koalition vor, den gescheiterten Tankrabatt der Ampel zu wiederholen. Einzige Gewinner seien die Mineralölkonzerne. Die Linke fordert stattdessen eine Übergewinnsteuer.
Justizministerin unter Dauerfeuer
Stefanie Hubig verteidigt in der Regierungsbefragung ihr Gesetz gegen digitale Gewalt gegen AfD-Vorwürfe, sie instrumentalisiere einen Promi-Fall. Der Entwurf umfasst rund 200 Seiten.
Mieten: viel Prüfung, wenig Konkretes
Caren Lay hält Hubig Mietsteigerungen von fast 70 Prozent in Berlin und Leipzig vor. Das Mietenpaket soll noch im April ins Kabinett, Indexmieten sollen bei 3,5 Prozent gedeckelt werden.
Digitalsteuer und Ökodesign vertagt
Der Grünen-Antrag für eine Digitalsteuer auf Techkonzerne wird von Union und AfD abgelehnt, die SPD signalisiert Sympathie. Das Ökodesign-Gesetz geht ohne großen Streit in die Ausschüsse.
2Zahlen der Sitzung
So lief der Tag
Sitzungsdauer
5 Std. 19 Min.
Reden
178
Zwischenrufe
242
aus dem Protokoll gezählt
Abstimmungen
0
Redezeit je Fraktion
Näherung über die Wortzahl der Redebeiträge (~110 Wörter pro Minute)
Wer ruft dazwischen?
Zwischenrufe nach verursachender Fraktion, soweit im Protokoll zugeordnet
»Was hätte eigentlich beschlossen werden müssen, damit es keine Kritik gäbe?«
Lenz verteidigte in der Aktuellen Stunde die Beschlüsse des Koalitionsausschusses zur Senkung der Energiesteuer gegen Kritik von Grünen, Linken und AfD. Das Zitat steht für den Kern der Kontroverse: ob die befristete Steuersenkung eine wirksame Entlastung ist oder nur ein Geschenk an die Mineralölkonzerne.
Bundestag, 15. April 2026 – Energiepreise, Mietrecht und die Frage, wer in der Krise zahlt
Die Sitzung drehte sich um eine Grundfrage: Wer trägt die Kosten einer von außen ausgelösten Energiekrise? Die mit Stefanie Hubig und Karsten Wildberger lieferte dazu die Vorlage, die zu den Gewinnen der Mineralölkonzerne den Streit. Dazwischen ging es um Produktlanglebigkeit, die Besteuerung von Digitalkonzernen und einen Antrag der AfD zur Wissenschaftsfreiheit.
Regierungsbefragung: Gewaltschutz, Mieten, Digitalisierung
Justizministerin Hubig kündigte ein digitales Gewaltschutzgesetz an, das pornografische Deepfakes strafbar macht und rund 200 Seiten umfasst. Die AfD unterstellte ihr, den Fall einer Schauspielerin als Anlass genutzt zu haben – Hubig wies das mehrfach zurück. Beim Mietrecht verwies sie auf ein zweites Mietrechtspaket mit einer Deckelung von Indexmieten bei 3,5 Prozent. Caren Lay (Die Linke) hielt ihr Mietsteigerungen von fast 70 Prozent in Berlin und Leipzig entgegen. Digitalminister Wildberger berichtete über die EUDI-Wallet zum 2. Januar 2027, eine Deutschland-App und die Rechenzentrumsstrategie.
Aktuelle Stunde: Zusätzliche Gewinne für Mineralölkonzerne verhindern
Michael Kellner (Bündnis 90/Die Grünen) nannte die Beschlüsse des Koalitionsausschusses eine Wiederholung alter Fehler. Andreas Lenz (CDU/CSU) verteidigte die Senkung der Energiesteuer um 17 Cent ab 1. Mai. Frauke Heiligenstadt und Sebastian Roloff (SPD) forderten eine Übergewinnsteuer und schärferes Kartellrecht. Janine Wissler (Die Linke) verlangte die Entlassung von Ministerin Reiche, die AfD forderte das Ende der CO2-Abgabe und russische Energieimporte.
Gesetzentwurf: Ökodesign und Energieverbrauchskennzeichnung
Die Umsetzung der EU-Vorgaben verlief vergleichsweise einvernehmlich. Nicklas Kappe (CDU/CSU) und Helmut Kleebank (SPD) warben für Reparierbarkeit und Bußgelder bis 100 000 Euro bei Vernichtung von Neuware. Die AfD sprach von Planwirtschaft.
Antrag: Digitalsteuer und Antrag zur Wissenschaftsfreiheit
Karoline Otte (Bündnis 90/Die Grünen) bezifferte den Steuersatz von US-Digitalkonzernen auf 3,4 Prozent und forderte eine Digitalsteuer. Union und AfD lehnten ab, die SPD zeigte Sympathie. Den AfD-Antrag zur Wissenschaftsfreiheit wiesen alle anderen Fraktionen scharf zurück.
3Top-Themen
Worum es wirklich ging
Thema 1
17 Cent weniger: Die Energiesteuersenkung gegen die Spritpreise
Worum es geht
Durch den Krieg im Iran sind laut Aussagen in der Debatte bis zu 20 Prozent der weltweiten Öl- und Gaslieferungen gestört. Die Preise an den Tankstellen sind stark gestiegen, im April binnen einer Woche laut CDU/CSU um 13,1 Prozent bei Diesel und 8,1 Prozent bei Super E10. Die Koalition hat auf einer Klausur beschlossen, die Energiesteuer auf Benzin und Diesel für zwei Monate um rund 17 Cent pro Liter zu senken, wirksam ab 1. Mai. Flankierend wurde bereits Anfang April das Kartellrecht verschärft, unter anderem durch eine Beweislastumkehr. Zusätzlich ist eine steuerfreie Entlastungsprämie von bis zu 1000 Euro durch Arbeitgeber geplant.
Was heißt das für dich?
Wenn du pendelst, sparst du laut CDU/CSU rund 10 Euro pro Tankfüllung – vorausgesetzt, die Konzerne geben die Senkung weiter. Nach zwei Monaten läuft die Maßnahme aus, die Preise steigen dann wieder. Wenn du kein Auto hast, bekommst du von dieser Entlastung nichts, kritisiert Die Linke. Die geplante 1000-Euro-Prämie ist freiwillig – ob dein Arbeitgeber sie zahlt, ist offen; der Bund selbst will sie für den öffentlichen Dienst laut Janine Wissler nicht zahlen. Gleichzeitig soll die Tabaksteuer steigen, was Raucherinnen und Raucher zusätzlich belastet.
Wo die Fraktionen stehen5 Positionen
Die Union verteidigt die befristete Steuersenkung als schnelle, zielgerichtete Hilfe für Pendler, Handwerk und Logistik. Sie lehnt einen Preisdeckel ab und setzt auf flankierende Verschärfungen im Kartellrecht, damit die Entlastung tatsächlich ankommt.
»Ein Preisdeckel – das sei an dieser Stelle auch mal erwähnt – ist mit die dümmste Idee, die man jetzt umsetzen könnte.«– Dr. Andreas Lenz
Die SPD trägt die Energiesteuersenkung mit, betont aber, dass sie allein nicht reicht. Sie fordert schärferes Kartellrecht und eine Übergewinnsteuer, damit Konzerne nicht von der Krise profitieren.
»Wirksamkeit geht vor Perfektion.«– Frauke Heiligenstadt
Die Grünen halten den Tankrabatt für ein nachweislich unwirksames Instrument, das nur den Mineralölkonzernen nützt. Sie fordern stattdessen Tempolimit, 9-Euro-Ticket, Stromsteuersenkung und eine Übergewinnsteuer.
»Die einzigen Gewinner dieses Tankrabatts sind die Mineralölkonzerne.«– Michael Kellner
Die AfD nennt die Senkung zu gering und kritisiert die Gegenfinanzierung über die Tabaksteuer als versteckte Steuererhöhung. Sie fordert die Abschaffung der CO2-Abgabe, eine Mehrwertsteuersenkung auf Kraftstoffe und ein Ende der Russland-Sanktionen.
»Diese 17 Cent sind kein Entlastungspaket, sie sind ein Alibi – zu wenig, zu spät und bewusst befristet!«– Bernd Schattner
Die Linke lehnt den Tankrabatt als sozial ungerecht ab, weil er nur Autofahrende erreicht. Sie fordert Übergewinnsteuer, Direktauszahlungen und ein günstiges Nahverkehrsticket sowie die Entlassung der Wirtschaftsministerin.
»Wer viel fährt, bekommt viel. Wer gar kein Auto hat, bekommt überhaupt nichts.«– Janine Wissler
Thema 2
Mieten, Mietwucher und das zweite Mietrechtspaket
Worum es geht
Justizministerin Hubig hat ein zweites Mietrechtspaket als Referentenentwurf vorgelegt, das Schutzlücken schließen soll: bei möbliertem Wohnen, Kurzzeitmietverträgen und Indexmieten. Bei Indexmieten ist eine Deckelung bei 3,5 Prozent vorgesehen. Die Mietpreisbremse wurde zu Beginn der Legislatur verlängert, gilt aber vielen als zu schwach. Zusätzlich soll der Wucherparagraf geschärft und ein Gesetz zum Gebäudetyp E für günstigeres Bauen vorgelegt werden. Kontrovers blieb die Frage des Eigenbedarfs.
Was heißt das für dich?
Wenn du in einer möblierten Wohnung, mit Indexmietvertrag oder Kurzzeitvertrag wohnst, soll der Entwurf deine Miete künftig stärker begrenzen. Bei Indexmieten wäre bei 3,5 Prozent Schluss statt bei 7 bis 9 Prozent wie in den Inflationsjahren. Wenn du eine Eigenbedarfskündigung fürchtest, ändert sich vorerst nichts: Hubig lehnt einen generellen Ausschluss ab und verweist auf bestehende Regeln und Mietervereine. Wann das Paket im Bundestag landet, ist offen – ins Kabinett soll es noch im April.
Wo die Fraktionen stehen4 Positionen
Die SPD verweist auf 44 Millionen Mieterinnen und Mieter und drängt auf schnelle Umsetzung des Mietenpakets. Neben Mietrecht setzt sie auf zusätzlichen Wohnungsbau über Bauturbo und Gebäudetyp E.
»Es geht in meiner Frage um das Riesenthema Mieten.«– Hakan Demir
Die Grünen sehen ein Vollzugsdefizit: Mieterinnen und Mieter trauten sich aus Angst vor Eigenbedarfskündigungen nicht, ihre Rechte durchzusetzen. Sie fordern einen fünfjährigen Ausschluss der Eigenbedarfskündigung nach erfolgreicher Durchsetzung der Mietpreisbremse und Regeln für Gewerbemieten.
»Habe ich Sie da richtig verstanden, dass Eigenbedarf nicht Ihr Thema ist?«– Dr. Till Steffen
Die AfD verteidigt Indexmieten als faire Vereinbarung, die die Realmiete konstant halte, und wirft der Ministerin vor, Vermieter einseitig mit der Inflation zu belasten.
»Warum wollen Sie die Vermieter einseitig mit der Inflation belasten?«– Sebastian Maack
Die Linke hält die Mietpreisbremse für wirkungslos und verweist auf Mietsteigerungen von fast 70 Prozent in Berlin und Leipzig. Sie fordert wirksame Sanktionen gegen Verstöße und Instrumente für Kommunen gegen Mietwucher.
»Das ist eine in der Geschichte der Bundesrepublik nie dagewesene Mietpreisexplosion und eine soziale Katastrophe für Millionen Mieterinnen und Mieter«– Caren Lay
Thema 3
Digitalsteuer: Sollen Techkonzerne mehr zahlen?
Worum es geht
Bündnis 90/Die Grünen haben einen Antrag für eine nationale Digitalsteuer vorgelegt. Grundlage ist die Feststellung, dass US-Digitalkonzerne in Deutschland einen durchschnittlichen Steuersatz von 3,4 Prozent zahlen, während Unternehmen hierzulande im Schnitt rund 30 Prozent zahlen. Gefordert werden 10 Prozent Steuer auf Umsätze aus Onlinewerbung und Plattformdiensten, was laut Antragstellerin bis zu 19 Milliarden Euro jährlich bringen könnte. Union und SPD verweisen auf einen Prüfauftrag für eine zweckgebundene Abgabe, an der Kulturstaatsminister Weimer arbeitet.
Was heißt das für dich?
Wenn eine Digitalsteuer käme, könnten laut Grünen Milliarden in Schulen, Brücken, Internet und Kulturförderung fließen. Union und AfD warnen, dass Plattformen die Kosten an Werbekunden, Händler und am Ende an dich weitergeben würden – Onlineshopping und Werbung könnten teurer werden. Außerdem steht der Vorwurf im Raum, die USA könnten mit Gegenmaßnahmen reagieren, was deutsche Exportunternehmen und damit Arbeitsplätze treffen würde. Kurzfristig ändert sich für dich nichts: Der Antrag hat keine Mehrheit.
Wo die Fraktionen stehen5 Positionen
Die Union lehnt eine Steuer ab und verweist auf Artikel 106 Grundgesetz, europarechtliche Konflikte und handelspolitische Risiken mit den USA. Sie favorisiert eine zweckgebundene Abgabe zugunsten des Medienstandorts.
»Wenn wir die Medienlandschaft stärken wollen, brauchen wir eine Abgabe und keine Steuer.«– Lukas Krieger
Die SPD hat Sympathie für das Ziel und nennt drei Bedingungen: Zielgenauigkeit, Schwellenwerte zum Schutz kleinerer Anbieter und internationale Koordination. Sie will die Einnahmen in den Medienstandort investieren.
»Die Frage, wie wir große digitale Plattformen fair besteuern, ist eine der zentralen Gerechtigkeitsfragen im 21. Jahrhundert.«– Parsa Marvi
Die Grünen fordern eine sofortige nationale Digitalsteuer von 10 Prozent auf Umsätze großer Plattformen und rechnen mit bis zu 19 Milliarden Euro jährlich. Sie werfen der Koalition vor, sich vor den Reichsten zu ducken.
»Wie kann es sein, dass Mark Zuckerberg mit seinem Weltkonzern weniger beiträgt als die Bäckerei um die Ecke?«– Karoline Otte
Die AfD lehnt die Digitalsteuer als umsatzbasierte Belastung ab, die am Ende Verbraucher träfe, und sieht darin eine antiamerikanische Schlagseite. Sie fordert stattdessen eine umfassende Steuerreform mit einheitlichen Sätzen.
»Umsatz ist nicht Gewinn. Wer Umsatz besteuert, der besteuert nicht Leistungsfähigkeit, sondern will einfach pauschal abgreifen.«– Jörn König
Die Linke unterstützt eine Digitalsteuer und hatte im November ein eigenes Konzept mit 10 Prozent ab 250 Millionen Euro Jahresumsatz vorgelegt. Sie sieht in der Macht der Techmonopole auch eine Gefahr für die Demokratie.
»Was soll es bringen, vor den Techkonzernen immer nur zurückzuweichen?«– Doris Achelwilm
4Faktencheck
Behauptungen im Check
Überprüfbare Tatsachenbehauptungen aus der Debatte, recherchiert mit aktuellen Quellen und redaktionell geprüft. Bewertet werden Aussagen, nicht Personen – zur Methodik.
»erst in der letzten Woche hat meine Anfrage an die Regierung ergeben, dass die Mieten in den deutschen Städten in den letzten zehn Jahren regelrecht explodiert sind. In Berlin und Leipzig wurden sie um fast 70 Prozent angehoben, in Hamburg um über 40 Prozent.«
Lay konfrontiert Justizministerin Hubig in der Regierungsbefragung mit der Wirkungslosigkeit der Mietpreisbremse.
So haben wir geprüft
Die genannten Zahlen stammen tatsächlich aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage von Caren Lay, über die am 6. April 2026 berichtet wurde – der Zeitbezug "letzte Woche" passt also zur Sitzung am 15. April. Auch die Werte stimmen mit den Ministeriumsdaten überein: In Berlin stieg die geforderte Kaltmiete von 9,02 Euro pro Quadratmeter (2016) auf 15,25 Euro (2025), ein Plus von 69 Prozent; Leipzig folgt mit 67 Prozent, Hamburg mit 42 Prozent, der Durchschnitt über 14 ausgewertete Großstädte liegt bei 43 bis 44 Prozent. "Fast 70 Prozent" für Berlin trifft zu, für Leipzig ist es mit 67 Prozent leicht aufgerundet; "über 40 Prozent" für Hamburg ist korrekt.
Ungenau ist die Formulierung, die Mieten seien "angehoben" worden. Erhoben wurden Angebotsmieten – also die Preise, die in Internetinseraten für Wohnungen bei Neuvermietung verlangt werden. Das Bauministerium weist in seiner Antwort ausdrücklich darauf hin, dass Internetinserate nicht repräsentativ für den gesamten Neuvermietungsmarkt sind und Wohnungen, die über andere Wege vermittelt werden, günstiger sein können. Laufende Mietverträge (Bestandsmieten) sind in diesem Zeitraum deutlich langsamer gestiegen – der Verbraucherpreisindex für Nettokaltmieten bewegt sich seit Jahren im Bereich von rund zwei Prozent jährlich. Der Kern der Aussage – ein sehr starker Anstieg der Neuvertragsmieten in Großstädten trotz Mietpreisbremse – ist damit belegt; der Eindruck, alle Mieterinnen und Mieter zahlten heute 70 Prozent mehr als vor zehn Jahren, wäre es nicht.
Hinweis zur Transparenz: Die Drucksachennummer der konkreten Antwort vom April 2026 ließ sich über die Suche nicht eindeutig identifizieren; die inhaltliche Übereinstimmung der Zahlen ist über mehrere unabhängige Berichte und die methodischen Angaben der Bundesregierung abgesichert.
Quellen
- Mieten in Großstädten steigen rasant, 03.07.2026 · Deutscher Mieterbund · abgerufen am 21.09.2026
- Drucksache 21/7303 (Antwort der Bundesregierung, 21.07.2026) – Methodik und Datengrundlage der Angebotsmieten aus Internetinseraten, Zeitraum 2010–2025, inkl. Hinweis auf fehlende Repräsentativität · Deutscher BundestagPrimärquelle · abgerufen am 21.09.2026
- Drucksache 21/631 (21.06.2025) – parlamentarische Befassung mit der Entwicklung der Angebotsmieten während der Geltungsdauer der Mietpreisbremse · Deutscher BundestagPrimärquelle · abgerufen am 21.09.2026
- Drucksache 21/7688 (Antrag, 21.08.2026) – verweist u. a. auf frühere Anfragen der Abgeordneten Lay zu Mietentwicklung · Deutscher BundestagPrimärquelle · abgerufen am 21.09.2026
- Verbraucherpreisindex (Nettokaltmieten, Bestands- und Neuvermietungen) · Statistisches Bundesamt (Destatis)Primärquelle · abgerufen am 21.09.2026
- Großstadt-Mieten steigen in zehn Jahren um 44 Prozent, 06.04.2026 · ZDFheute (ZDF) · abgerufen am 21.09.2026
- Mieten in Großstädten: Teuer, teurer, Berlin, 06.04.2026 · taz (taz Verlags- und Vertriebs GmbH) · abgerufen am 21.09.2026
- Mieten in Großstädten steigen in zehn Jahren um 43 Prozent, 06.04.2026 · Handelsblatt (Handelsblatt Media Group) · abgerufen am 21.09.2026
5Debattenkultur
Wie miteinander geredet wurde
Zwei Skalen von 1 bis 10, gleiche Kriterien für alle Fraktionen: Themenfokus (10 = Redezeit konsequent beim Thema) und Konfrontation (10 = maximal konfrontativer Ton).
In der Regierungsbefragung stellten Abgeordnete durchweg sachbezogene Fragen zu Experimentierklauseln, Bürokratieabbau und Justizschutz. In der Aktuellen Stunde grenzte sich Klaus Wiener scharf, aber inhaltlich von Grünen und Linken ab; Mechthilde Wittmann zitierte gezielt aus Ausschussaussagen der Grünen.
Die SPD blieb überwiegend am jeweiligen Gegenstand, etwa bei Mietrecht, Kartellrecht und Ökodesign. Hakan Demir nutzte eine Frage in der Regierungsbefragung allerdings für eine Vorbemerkung gegen die AfD statt für seine eigentliche Frage zu Mieten.
Inhaltlich präzise Nachfragen zu Open Source, EUDI-Wallet, IT-Sicherheit und Eigenbedarf. In der Aktuellen Stunde griff Michael Kellner die Koalition polemisch an, etwa mit dem Bild vom Klempner ohne Rohrzange.
Fragen zu digitaler Gewalt wurden wiederholt auf Migration und den kulturellen Hintergrund von Tätern umgelenkt; Martin Reichardt unterstellte der Ministerin persönliche Mitschuld an Gewalt gegen Frauen. Auch in der Debatte zur Wissenschaftsfreiheit dominierten Angriffe auf politische Gegner gegenüber dem Antragsinhalt.
Caren Lay und Sonja Lemke blieben in der Befragung eng an Mietrecht und Datenhandel. Janine Wissler dagegen personalisierte die Kritik stark und forderte mehrfach die Entlassung von Ministerin Reiche, unter anderem mit dem Ausdruck verhaltensauffällige Wirtschaftsministerin.
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