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Migration & Asyl

Wo stehen die Fraktionen?

Nicht aus Wahlprogrammen, sondern aus den jüngsten echten Redebeiträgen im Plenum.

CDU/CSU

Die Union verteidigt die Neuordnung der Migration als Kern der Regierungsbilanz. Schutzstatus werden überprüft, Straftäter sollen vorrangig zurückgeführt werden, das Asylrecht bleibe im Übrigen vollumfänglich anwendbar. Sozialleistungen soll nur das jeweils zuständige EU-Land tragen.

»Wenn wir in Deutschland feststellen, dass es sich um einen sogenannten Dublin-Fall handelt, das heißt, ein anderes Land – in ihrem Beispiel das Land Italien – zuständig ist, dann ist der Asylbewerber aufgefordert, in dieses Land zu gehen und dort sein Verfahren durchzuführen.«– Alexander Dobrindt
Aus der Debatte vom 10. Juni 2026 →
SPD

Die SPD-Fraktion setzte in der Befragung eigene Schwerpunkte beim Bevölkerungsschutz und bei der Aufarbeitung des Antiziganismus. Helge Lindh fragte nach der Umsetzung des interfraktionellen Entschließungsantrags zum Bericht der Unabhängigen Kommission Antiziganismus und nach Diskriminierung in Bundesbehörden.

»Was geschieht in den Bundesbehörden, um in diese Richtung zu sensibilisieren und auch das Vertrauen dieser Minderheit in den Behörden wieder aufzubauen?«– Helge Lindh
Aus der Debatte vom 10. Juni 2026 →
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Die Grünen kritisieren die Zusammenarbeit mit den Taliban als Legitimierung eines islamistischen Regimes und werfen dem BAMF vor, Asylanträge christlicher und drusischer Familien aus Syrien reihenweise abzulehnen. Sie verweisen auf die 2021 von der EU formulierten Bedingungen für einen Dialog mit den Taliban.

»Welches Signal senden Sie an autoritäre Regime, wenn Sie mit den Taliban hier in Deutschland zusammenarbeiten?«– Filiz Polat
Aus der Debatte vom 10. Juni 2026 →
AfD

Die AfD hält die Politik für zu lax. Sie fordert, den subsidiären Schutz syrischer Geflüchteter generell aufzuheben, verweist auf ein Urteil des OVG Münster und kritisiert die geringe Zahl tatsächlicher Abschiebungen. Sie erinnert Dobrindt an seine früheren Aussagen zur Anti-Abschiebe-Industrie.

»Wann haben Sie das BAMF angewiesen, den Schutzstatus dieser Leute, die hier auf dem Bürgerkriegsticket laufen, generell zu aktualisieren und aufzuheben?«– Gottfried Curio
Aus der Debatte vom 10. Juni 2026 →
Die Linke

Die Linke sieht in Leistungskürzungen für Dublin-Fälle einen Verstoß gegen EU-Recht und die Menschenwürde und verlangt, dass die Bundesländer entsprechend informiert werden. Aus der historischen Verantwortung gegenüber Sinti und Roma fordert sie zudem einen Abschiebestopp für Roma.

»Die Strategie von Ihnen, ungewollte Schutzsuchende auszuhungern, ist gescheitert.«– Ferat Koçak
Aus der Debatte vom 10. Juni 2026 →

8 Sitzungen

Geprüfte Behauptungen zu Migration & Asyl

Steffen JanichAfDBelegt
»Laut dem Microsoft Digital Defense Report für das Jahr 2025 lag Deutschland als Ziel von Cyberangriffen weltweit auf Platz vier. In der Europäischen Union ist Deutschland gar das am meisten von Cyberattacken betroffene Land.«
Christina StumppUnionBelegt
»Rund 200 Milliarden Euro Schaden allein im Jahr 2025 – so beziffert der Branchenverband Bitkom die wirtschaftlichen Schäden durch Cyberangriffe.«
Gerrit HuyAfDIrreführend
»Zusammen mit verschiedenen Verwaltungskosten, Integrationsleistungen und kommunalen Ausgaben belaufen sich die Gesamtkosten für Flüchtlinge auf gut 50 Milliarden Euro im Jahr.«
Rasha NasrSPDBelegt
»Heute arbeiten rund 800 000 Menschen aus den Top-Asylherkunftsländern in Deutschland, fast 700 000 von ihnen sozialversicherungspflichtig. Von den Menschen, die 2015 als Geflüchtete zu uns gekommen sind, stehen inzwischen rund zwei Drittel in Beschäftigung.«
Jan FeserAfDTeilweise belegt
»Von derzeit circa 5,1 Millionen Bürgergeldempfängern haben 2,4 Millionen einen ausländischen Pass. Das entspricht 47,6 Prozent, also fast der Hälfte aller Leistungsempfänger.«
Dr. Jan-Marco LuczakUnionBelegt
»Im letzten Jahr sind 206 600 Wohnungen fertiggestellt worden. Das ist der niedrigste Wert seit 2012.«
Fritz GüntzlerUnionTeilweise belegt
»1 Prozent der Steuerpflichtigen tragen zu 25 Prozent des Einkommensteueraufkommens bei, die obersten 10 Prozent zu 60 Prozent. Die obere Hälfte der Steuerzahler trägt zu fast 94 Prozent zum Einkommensteueraufkommen bei, bei der unteren Hälfte sind es 6,5 Prozent.«
Frauke HeiligenstadtSPDTeilweise belegt
»Im Gutachten des DIW steht eindeutig, dass dem Staat dadurch über 181 Milliarden Euro an Steuereinnahmen entgehen würden.«
Sabine DittmarSPDTeilweise belegt
»Mehr als 8 200 Patientinnen und Patienten auf der Warteliste; die durchschnittliche Wartezeit auf ein Organ beträgt acht Jahre; täglich versterben zwei oder drei Menschen, während sie auf ein Organ warten«
Dr. Hans TheissUnionBelegt
»In 2025 wurden 320 Organe aus Deutschland exportiert und 553 Organe importiert.«