7. Oktober 2026 · 98. Sitzung
Themen / Nahost
Nahost
Wo stehen die Fraktionen?
Nicht aus Wahlprogrammen, sondern aus den jüngsten echten Redebeiträgen im Plenum.
Die Union sieht in den Gesprächen eine historische Chance und will Präsident Aoun unterstützen. Deutsche Hilfe soll an Bedingungen gebunden sein: staatliche Kontrolle über das gesamte Staatsgebiet, Entwaffnung der Hisbollah und Normalisierung der Beziehungen zu Israel.
»Deswegen ist die Entwaffnung der Hisbollah das entscheidende Erfolgskriterium für den dauerhaften Frieden im Libanon.«– Johannes VolkmannAus der Debatte vom 17. April 2026 →
Die SPD benennt beide Seiten: die Hisbollah als vom Iran gestützte Terrormiliz und die israelische Regierung wegen unverhältnismäßiger Angriffe auf Wohngebiete. Sie setzt auf Entwicklungszusammenarbeit als Friedens- und Sicherheitspolitik und auf eine geschlossene europäische Position.
»Es ist möglich, klar zu sagen, dass wir gegen das Mullah-Regime und gegen die Hisbollah sind, aber dass wir auch gegen die Art und Weise sind, wie dagegen gekämpft wird.«– Adis AhmetovicAus der Debatte vom 17. April 2026 →
Die Grünen nennen das Ende von UNIFIL einen Fehler und warnen vor dem Zerfall der libanesischen Staatlichkeit und einem neuen Bürgerkrieg. Die Entwaffnung der Hisbollah müsse der libanesische Staat selbst leisten, gestärkt statt durch Angriffe von außen geschwächt.
»Frieden kann nicht unter Beschuss verhandelt werden.«– Luise AmtsbergAus der Debatte vom 17. April 2026 →
Die AfD betont Israels Sicherheitsinteressen, lehnt aber eine dauerhafte Besetzung des Südlibanon ab. Sie fordert, die libanesische Armee militärisch auszurüsten, damit sie sich gegen die Hisbollah durchsetzen kann, und erklärt UNIFIL für gescheitert.
»Nicht UN-Resolutionen oder feministische Außenpolitik können das Land zu Frieden und Wohlstand zurückführen, sondern nur die längst überfällige Zerschlagung der Hisbollah.«– Dr. Alexander WolfAus der Debatte vom 17. April 2026 →
Die Linke verurteilt die Raketenangriffe der Hisbollah als völkerrechtswidrig, hält aber auch das israelische Vorgehen und eine geplante Pufferzone im Südlibanon für mit dem humanitären Völkerrecht unvereinbar. Sie fordert einen stabilen Waffenstillstand, Diplomatie, Stärkung der Zivilgesellschaft und ein Ende der Rüstungsexporte in die Region.
»Wer Frieden will, darf nicht gleichzeitig Waffen liefern.«– Cansu ÖzdemirAus der Debatte vom 17. April 2026 →
4 Sitzungen
17. April 2026 · 72. Sitzung
Verbraucherkreditgesetz und Libanon-Eskalation
18. März 2026 · 64. Sitzung
Irankrieg, Spritpreise und Europäischer Rat
4. März 2026 · 61. Sitzung
Regierungsbefragung, Iran-Krieg und Demokratieförderung
Geprüfte Behauptungen zu Nahost
»Alle Wirtschaftsinstitute haben ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum von 0,6 auf 1,3 Prozent mehr als verdoppelt. Der ifo-Geschäftsklimaindex steigt zum fünften Mal in Folge.«
»Wir haben Unternehmen und Verbraucher entlastet durch das Senken der Stromsteuer, durch das Absenken der Übertragungsnetzentgelte, durch den Industriestrompreis, den wir erstmals eingeführt haben, und durch das Ausweiten der Strompreiskompensation. Zusammen Entlastungen von über 8 Milliarden Euro.«
»Wir haben erneut den sogenannten Tankrabatt eingeführt, indem wir die Steuerbelastungen um 14 Cent gesenkt und die Spritpreise damit im Durchschnitt um 17 Cent gesenkt haben.«
»Sie argumentieren, es gebe Tage, an denen die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. Das sind übrigens zwei bis acht Tage pro Jahr.«
»Die Redispatch-Maßnahmen kosten die Kunden tatsächlich mittlerweile 3 bis 4 Milliarden Euro; im letzten Jahr waren es 3,1 Milliarden Euro, Tendenz eher steigend. Dabei liegen die Kosten für Redispatch-Zuschaltungen von Kraftwerken mittlerweile bei rund 2,6 Milliarden Euro.«
»Wir sind mit führend in Europa: 210 000 öffentlich zugängliche Ladepunkte stehen mittlerweile zur Verfügung, und zwar auch immer mehr Schnelllader.«
»Seit 1991 ist die Zahl der getöteten 18- bis 24-Jährigen von 2 750 auf 295 gesunken; das sind immer noch 295 zu viel.«
»Die Geschenke an Kiew aus deutschem Steuergeld summieren sich mittlerweile auf 100 Milliarden Euro bilaterale Hilfen und zusätzlich auf 30 Milliarden Euro deutsche Hilfe über die EU.«
»Die Ausgaben Deutschlands liegen zwischen 0,15 und 0,25 Prozent unseres Bruttosozialprodukts, was die Unterstützung der Ukraine anbelangt.«
»Nehmen wir das Beispiel Brasilien: Im August 2026 sind die EU-Exporte nach Brasilien im Vergleich zum Vorjahr um fast 12 Prozent gestiegen. Andersherum sind die Exporte aus Brasilien in die Europäische Union sogar um über 46 Prozent gestiegen.«