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Ausweitung der notariellen Online-Verfahren
Gesetz zur Ausweitung der notariellen Online-Verfahren im Gesellschafts- und Registerrecht
57/100
Betrifft bestimmte Gruppen – Betrifft vor allem Gründerinnen und Gründer, Gesellschaften, Stiftungen und Notare sowie Menschen, die ein Führungszeugnis für private Zwecke beantragen.
- Eingebracht
- 23.01.2026
- Reden im Plenum
- 14
In einfachen Worten
Laut Entwurf sollen mehr notarielle Beurkundungen und Beglaubigungen im Gesellschafts- und Registerrecht per Videokommunikation möglich sein, also ohne Termin vor Ort beim Notar. Zusätzlich soll ein Digitales Führungszeugnis eingeführt und eine Antragsfrist für benachteiligte Soldatinnen und Soldaten verlängert werden.
Was sich ändern soll
- Online-Verfahren sollen künftig auch für Anmeldungen zum Stiftungsregister, für Gründungen von Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien sowie für Beschlüsse der Gründer zur Bestellung des ersten Aufsichtsrats und des Abschlussprüfers möglich sein.
- Auch Vollmachten für Registeranmeldungen, für die Stimmabgabe in Gesellschafterversammlungen einer GmbH und für die Übernahme eines GmbH-Geschäftsanteils sollen online beurkundet werden können.
- Der Ausschuss empfiehlt zusätzlich, auch die Beurkundung von Geschäftsanteilsübertragungen per Videokommunikation zu erlauben; das war im ursprünglichen Entwurf nicht enthalten.
- Das Führungszeugnis, also die Urkunde darüber, ob jemand vorbestraft ist, soll für private Zwecke künftig als PDF erteilt und elektronisch zugestellt werden statt nur auf Papier per Post.
- Die Antragsfrist für Entschädigungen nach dem Rehabilitierungsgesetz für dienstrechtlich benachteiligte Soldatinnen und Soldaten, die am 23. Juli 2026 endet, soll um weitere fünf Jahre verlängert werden.
Wen es betrifft
Betroffen sind laut Entwurf Gründerinnen und Gründer sowie Gesellschaften und Stiftungen, die Register- und Beurkundungsvorgänge erledigen, und die Notarinnen und Notare. Außerdem Bürgerinnen und Bürger, die ein Führungszeugnis beantragen, sowie frühere Soldatinnen und Soldaten, die wegen homosexueller Handlungen, ihrer Orientierung oder geschlechtlichen Identität dienstrechtlich benachteiligt wurden. Auf Verwaltungsseite sind das Bundesamt für Justiz und die Einwohnermeldeämter genannt.
Was es kostet
Laut Entwurf entstehen beim Bundesamt für Justiz für den Betrieb der IT rund 2 420 000 Euro Mehrausgaben pro Jahr, denen rund 1 040 000 Euro jährliche Mehreinnahmen aus etwa 200 000 zusätzlichen Anträgen gegenüberstehen; für Anträge nach dem Soldaten-Rehabilitierungsgesetz werden etwa fünf Anträge jährlich und 15 000 Euro erwartet. Bürgerinnen und Bürger sollen jährlich rund 6 700 Stunden und 500 000 Euro einsparen, die Wirtschaft rund 440 000 Euro. Für die Verwaltung des Bundes entsteht ein jährlicher Aufwand von rund 1,7 Millionen Euro; im Ausschuss wurden Kosten nicht erörtert.
Zusammengefasst aus dem Vorblatt von Drucksache 21/4782 + 21/8596 – so beschreiben die Initiatoren ihr Vorhaben. Redaktionell geprüft.
Amtliche Kurzbeschreibung
Ausweitung der notariellen Onlineverfahren auf weitere beurkundungspflichtige Gegenstände des Gesellschaftsrechts: Zulassung der Online-Beurkundung zur Eintragung in das Stiftungsregister, zur Anmeldung im Handels-, Gesellschafts- und Partnerschaftsregister, zur Mitwirkung bei der Gründung von Aktiengesellschaften sowie für Vollmachten zur Stimmabgabe in Gesellschafterversammlungen einer GmbH, Klarstellung betr. Anforderungen an Vollmachten zur Vereinsregisteranmeldung; Erweiterung der im Bundeszentralregister zu speichernden Daten um den Geburtsstaat der betroffenen Person; Einführung des Digitalen Führungszeugnisses für private Zwecke; Verlängerung der Antragsfrist zur Entschädigung wegen ihrer homosexuellen Orientierung oder wegen ihrer geschlechtlichen Identität dienstrechtlich benachteiligten Soldaten um fünf Jahre; rechtsförmliche Änderungen sowie weitere Anpassungen; Änderung § 77 Bürgerliches Gesetzbuch, § 3 Stiftungsgesetz, § 12 Handelsgesetz sowie §§ 23, 30 und 280 Aktiengesetz, Änderungen in 3 weiteren Gesetzen; Verordnungsermächtigung Beschlussempfehlung des Ausschusses: Titeländerung (eingebracht als: Gesetz zur Ausweitung der notariellen Online-Verfahren im Gesellschafts- und Registerrecht, zur Digitalisierung des Führungszeugnisses und zur Verlängerung der Antragsfrist für Anträge von Soldatinnen und Soldaten auf Entschädigung wegen dienstrechtlicher Benachteiligung); Änderungen
Bundestakt-Score
Wie stark betrifft dich das Gesetz – und wie gut lässt sich nachvollziehen, wie es entstanden ist?
57/100
Tragweite
16/40Wie viele Menschen betrifft das Gesetz direkt?
- Betrifft bestimmte Gruppen – Betrifft vor allem Gründerinnen und Gründer, Gesellschaften, Stiftungen und Notare sowie Menschen, die ein Führungszeugnis für private Zwecke beantragen. (erfüllt)16/40
Debatte
19/25Wie intensiv hat der Bundestag darüber geredet?
- 14 Redebeiträge im Bundestag (erfüllt)14/20
- Debatte von Bundestakt analysiert (erfüllt)5/5
Abstimmung
8/15Ist abgestimmt – und ist nachvollziehbar, wer wie gestimmt hat?
- Bundestag hat abschließend abgestimmt (erfüllt)8/8
- Namentliche Abstimmung – jede Stimme öffentlich (nicht erfüllt)0/4
- Bundesrat hat abschließend beraten (nicht erfüllt)0/3
Quellen
14/20Liegen die amtlichen Dokumente vor?
- Gesetzentwurf mit Begründung (erfüllt)7/7
- Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses (erfüllt)7/7
- Verkündet im Bundesgesetzblatt (nicht erfüllt)0/6
Der Score sagt nichts darüber, ob ein Gesetz gut oder schlecht ist. Die Tragweite schlägt eine KI nach festen Stufen vor, die Redaktion prüft jede Einstufung; alles andere zählt, was das Dokumentationssystem des Bundestages und unsere Analysen belegen. Methodik
Werdegang
9 Stationen in Bundestag und Bundesrat, jeweils mit Originaldokument.
23.01.2026 · Bundesrat
Gesetzentwurf
Gesetzentwurf 42/26 ↗ · Federführend: Rechtsausschuss
20.02.2026 · Bundesrat
Empfehlungen der Ausschüsse
06.03.2026 · Bundesrat
1. Durchgang
Plenarprotokoll 1062 ↗ · Beschluss: Stellungnahme
06.03.2026 · Bundesrat
Beschlussdrucksache
18.03.2026 · Bundestag
Gesetzentwurf
25.03.2026 · Bundestag
1. Beratung
Plenarprotokoll 21/67 ↗ · Federführend: Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz · Beschluss: Überweisung
Bundestakt hat diese Debatte analysiert: 67. Sitzung · Gewalt gegen Frauen, digitale Gewaltschutzpläne →
14.10.2026 · Bundestag
Beschlussempfehlung und Bericht
15.10.2026 · Bundestag
2. Beratung
Plenarprotokoll 21/102 ↗ · Beschluss: Annahme in Ausschussfassung
Bundestakt hat diese Debatte analysiert: 102. Sitzung · Notfallreform, BAföG-Novelle und Migrationsdebatte →
15.10.2026 · Bundestag
3. Beratung
Plenarprotokoll 21/102 ↗ · Beschluss: Annahme in Ausschussfassung
Bundestakt hat diese Debatte analysiert: 102. Sitzung · Notfallreform, BAföG-Novelle und Migrationsdebatte →