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Ausweitung der notariellen Online-Verfahren

Gesetz zur Ausweitung der notariellen Online-Verfahren im Gesellschafts- und Registerrecht

BeschlossenBundesregierungVerabschiedet

Betrifft bestimmte Gruppen – Betrifft vor allem Gründerinnen und Gründer, Gesellschaften, Stiftungen und Notare sowie Menschen, die ein Führungszeugnis für private Zwecke beantragen.

Eingebracht
23.01.2026
Reden im Plenum
14

In einfachen Worten

Laut Entwurf sollen mehr notarielle Beurkundungen und Beglaubigungen im Gesellschafts- und Registerrecht per Videokommunikation möglich sein, also ohne Termin vor Ort beim Notar. Zusätzlich soll ein Digitales Führungszeugnis eingeführt und eine Antragsfrist für benachteiligte Soldatinnen und Soldaten verlängert werden.

Was sich ändern soll

  • Online-Verfahren sollen künftig auch für Anmeldungen zum Stiftungsregister, für Gründungen von Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien sowie für Beschlüsse der Gründer zur Bestellung des ersten Aufsichtsrats und des Abschlussprüfers möglich sein.
  • Auch Vollmachten für Registeranmeldungen, für die Stimmabgabe in Gesellschafterversammlungen einer GmbH und für die Übernahme eines GmbH-Geschäftsanteils sollen online beurkundet werden können.
  • Der Ausschuss empfiehlt zusätzlich, auch die Beurkundung von Geschäftsanteilsübertragungen per Videokommunikation zu erlauben; das war im ursprünglichen Entwurf nicht enthalten.
  • Das Führungszeugnis, also die Urkunde darüber, ob jemand vorbestraft ist, soll für private Zwecke künftig als PDF erteilt und elektronisch zugestellt werden statt nur auf Papier per Post.
  • Die Antragsfrist für Entschädigungen nach dem Rehabilitierungsgesetz für dienstrechtlich benachteiligte Soldatinnen und Soldaten, die am 23. Juli 2026 endet, soll um weitere fünf Jahre verlängert werden.

Wen es betrifft

Betroffen sind laut Entwurf Gründerinnen und Gründer sowie Gesellschaften und Stiftungen, die Register- und Beurkundungsvorgänge erledigen, und die Notarinnen und Notare. Außerdem Bürgerinnen und Bürger, die ein Führungszeugnis beantragen, sowie frühere Soldatinnen und Soldaten, die wegen homosexueller Handlungen, ihrer Orientierung oder geschlechtlichen Identität dienstrechtlich benachteiligt wurden. Auf Verwaltungsseite sind das Bundesamt für Justiz und die Einwohnermeldeämter genannt.

Was es kostet

Laut Entwurf entstehen beim Bundesamt für Justiz für den Betrieb der IT rund 2 420 000 Euro Mehrausgaben pro Jahr, denen rund 1 040 000 Euro jährliche Mehreinnahmen aus etwa 200 000 zusätzlichen Anträgen gegenüberstehen; für Anträge nach dem Soldaten-Rehabilitierungsgesetz werden etwa fünf Anträge jährlich und 15 000 Euro erwartet. Bürgerinnen und Bürger sollen jährlich rund 6 700 Stunden und 500 000 Euro einsparen, die Wirtschaft rund 440 000 Euro. Für die Verwaltung des Bundes entsteht ein jährlicher Aufwand von rund 1,7 Millionen Euro; im Ausschuss wurden Kosten nicht erörtert.

Zusammengefasst aus dem Vorblatt von Drucksache 21/4782 + 21/8596 – so beschreiben die Initiatoren ihr Vorhaben. Redaktionell geprüft.

Amtliche Kurzbeschreibung

Ausweitung der notariellen Onlineverfahren auf weitere beurkundungspflichtige Gegenstände des Gesellschaftsrechts: Zulassung der Online-Beurkundung zur Eintragung in das Stiftungsregister, zur Anmeldung im Handels-, Gesellschafts- und Partnerschaftsregister, zur Mitwirkung bei der Gründung von Aktiengesellschaften sowie für Vollmachten zur Stimmabgabe in Gesellschafterversammlungen einer GmbH, Klarstellung betr. Anforderungen an Vollmachten zur Vereinsregisteranmeldung; Erweiterung der im Bundeszentralregister zu speichernden Daten um den Geburtsstaat der betroffenen Person; Einführung des Digitalen Führungszeugnisses für private Zwecke; Verlängerung der Antragsfrist zur Entschädigung wegen ihrer homosexuellen Orientierung oder wegen ihrer geschlechtlichen Identität dienstrechtlich benachteiligten Soldaten um fünf Jahre; rechtsförmliche Änderungen sowie weitere Anpassungen; Änderung § 77 Bürgerliches Gesetzbuch, § 3 Stiftungsgesetz, § 12 Handelsgesetz sowie §§ 23, 30 und 280 Aktiengesetz, Änderungen in 3 weiteren Gesetzen; Verordnungsermächtigung Beschlussempfehlung des Ausschusses: Titeländerung (eingebracht als: Gesetz zur Ausweitung der notariellen Online-Verfahren im Gesellschafts- und Registerrecht, zur Digitalisierung des Führungszeugnisses und zur Verlängerung der Antragsfrist für Anträge von Soldatinnen und Soldaten auf Entschädigung wegen dienstrechtlicher Benachteiligung); Änderungen

Bundestakt-Score

Wie stark betrifft dich das Gesetz – und wie gut lässt sich nachvollziehen, wie es entstanden ist?

Tragweite

16/40

Wie viele Menschen betrifft das Gesetz direkt?

  • Betrifft bestimmte Gruppen – Betrifft vor allem Gründerinnen und Gründer, Gesellschaften, Stiftungen und Notare sowie Menschen, die ein Führungszeugnis für private Zwecke beantragen. (erfüllt)16/40

Debatte

19/25

Wie intensiv hat der Bundestag darüber geredet?

  • 14 Redebeiträge im Bundestag (erfüllt)14/20
  • Debatte von Bundestakt analysiert (erfüllt)5/5

Abstimmung

8/15

Ist abgestimmt – und ist nachvollziehbar, wer wie gestimmt hat?

  • Bundestag hat abschließend abgestimmt (erfüllt)8/8
  • Namentliche Abstimmung – jede Stimme öffentlich (nicht erfüllt)0/4
  • Bundesrat hat abschließend beraten (nicht erfüllt)0/3

Quellen

14/20

Liegen die amtlichen Dokumente vor?

  • Gesetzentwurf mit Begründung (erfüllt)7/7
  • Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses (erfüllt)7/7
  • Verkündet im Bundesgesetzblatt (nicht erfüllt)0/6

Der Score sagt nichts darüber, ob ein Gesetz gut oder schlecht ist. Die Tragweite schlägt eine KI nach festen Stufen vor, die Redaktion prüft jede Einstufung; alles andere zählt, was das Dokumentationssystem des Bundestages und unsere Analysen belegen. Methodik

Werdegang

9 Stationen in Bundestag und Bundesrat, jeweils mit Originaldokument.

  1. 23.01.2026 · Bundesrat

    Gesetzentwurf

    Gesetzentwurf 42/26 ↗ · Federführend: Rechtsausschuss

  2. 20.02.2026 · Bundesrat

    Empfehlungen der Ausschüsse

    Empfehlungen 42/1/26 ↗

  3. 06.03.2026 · Bundesrat

    1. Durchgang

    Plenarprotokoll 1062 ↗ · Beschluss: Stellungnahme

  4. 06.03.2026 · Bundesrat

    Beschlussdrucksache

    Stellungnahme 42/26(B) ↗

  5. 18.03.2026 · Bundestag

    Gesetzentwurf

    Gesetzentwurf 21/4782 ↗

  6. 25.03.2026 · Bundestag

    1. Beratung

    Plenarprotokoll 21/67 ↗ · Federführend: Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz · Beschluss: Überweisung

  7. 14.10.2026 · Bundestag

    Beschlussempfehlung und Bericht

    Beschlussempfehlung und Bericht 21/8596 ↗

  8. 15.10.2026 · Bundestag

    2. Beratung

    Plenarprotokoll 21/102 ↗ · Beschluss: Annahme in Ausschussfassung

  9. 15.10.2026 · Bundestag

    3. Beratung

    Plenarprotokoll 21/102 ↗ · Beschluss: Annahme in Ausschussfassung