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Digitale Identitätengesetz (DIdG)
Gesetz zur Durchführung der unionsrechtlichen Vorschriften über die Europäische Brieftasche für die Digitale Identität sowie zur Änderung anderer Rechtsvorschriften (Digitale Identitätengesetz - DIdG)
69/100
Betrifft viele – Betrifft alle, die die freiwillige digitale Brieftasche mit Ausweisdaten und Nachweisen nutzen wollen, sowie Unternehmen – daneben bleiben bisherige Ausweismittel bestehen.
- Eingebracht
- 29.05.2026
- Reden im Plenum
- 15
In einfachen Worten
Laut Entwurf soll Deutschland die EU-Vorgaben zur sogenannten EUDI-Wallet umsetzen, einer Europäischen Brieftasche für die Digitale Identität. Das ist eine App-ähnliche digitale Brieftasche, in der man Ausweisdaten und elektronische Nachweise speichern, verwalten und vorzeigen kann. Weil die EU-Verordnung verlangt, dass jeder Mitgliedstaat innerhalb von 24 Monaten nach Inkrafttreten bestimmter Durchführungsrechtsakte mindestens eine solche Brieftasche bereitstellt, sieht die Bundesregierung dringenden Gesetzgebungsbedarf.
Was sich ändern soll
- Der Entwurf schafft ergänzende nationale Regeln zum unmittelbar geltenden EU-Recht, insbesondere zur Frage, welche Behörden zuständig sind und auf welcher Rechtsgrundlage sie Einzelmaßnahmen treffen können.
- Die Nutzung der digitalen Brieftasche soll laut Entwurf freiwillig sein; bisherige Identifizierungs- und Authentifizierungsmittel bleiben daneben bestehen.
- Erstmals sollen digitale Identität, qualifizierte elektronische Signatur und elektronische Nachweise in einer Anwendung kombiniert nutzbar sein, auf mobilen Geräten mit dem Sicherheitsniveau hoch.
- Der Entwurf legt sich nicht auf eine der drei vom EU-Recht erlaubten Bereitstellungsformen fest (unmittelbar staatlich, im Auftrag oder mit Anerkennung), sondern überlässt die Entscheidung dem zuständigen Bundesministerium, das sie im Bundesanzeiger bekannt gibt.
- Zusätzlich sollen bestehende Gesetze zu Vertrauensdiensten sowie das Pass- und Ausweisrecht angepasst werden.
- Der Ausschuss empfiehlt die Annahme in geänderter Fassung und fordert die Bundesregierung in einer Entschließung auf, die Pseudonymfunktion, wenn nicht zum Start, so doch zeitnah bereitzustellen, da sie für die Übereinstimmung mit dem Unionsrecht zwingend sei.
Wen es betrifft
Betroffen sind laut Entwurf Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen, die elektronische Transaktionen und Nachweise grenzüberschreitend in der EU nutzen. Hinzu kommt die öffentliche Verwaltung in Bund und Ländern, darunter ausdrücklich das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, das Bundesverwaltungsamt und die Bundesnetzagentur.
Was es kostet
Für Bürgerinnen und Bürger sinkt der Zeitaufwand laut Entwurf um 3,9 Millionen Stunden im Jahr. Die Wirtschaft trägt jährlich 1,1 Millionen Euro mehr Aufwand, davon 1 Million Euro Bürokratiekosten, plus einmalig rund 13,5 Millionen Euro. In der Verwaltung sinkt der jährliche Aufwand um rund 121,7 Millionen Euro, einmalig entstehen 95 Millionen Euro beim Bund und 4,4 Millionen Euro bei den Ländern; hinzu kommen unter anderem 9 233 000 Euro einmalig und 2 082 000 Euro jährlich beim Bundesverwaltungsamt sowie 237 000 Euro einmalig und 920 000 Euro jährlich beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Der Ausschuss hat die Kosten nicht erörtert.
Zusammengefasst aus dem Vorblatt von Drucksache 21/7408 + 21/8617 – so beschreiben die Initiatoren ihr Vorhaben. Redaktionell geprüft.
Amtliche Kurzbeschreibung
Gesetz über die Europäische Brieftasche für die Digitale Identität (EBDIG) als Art. 1 der Vorlage Beschlussempfehlung des Ausschusses: Änderungen; Annahme einer Entschließung
Bundestakt-Score
Wie stark betrifft dich das Gesetz – und wie gut lässt sich nachvollziehen, wie es entstanden ist?
69/100
Tragweite
28/40Wie viele Menschen betrifft das Gesetz direkt?
- Betrifft viele – Betrifft alle, die die freiwillige digitale Brieftasche mit Ausweisdaten und Nachweisen nutzen wollen, sowie Unternehmen – daneben bleiben bisherige Ausweismittel bestehen. (erfüllt)28/40
Debatte
19/25Wie intensiv hat der Bundestag darüber geredet?
- 15 Redebeiträge im Bundestag (erfüllt)14/20
- Debatte von Bundestakt analysiert (erfüllt)5/5
Abstimmung
8/15Ist abgestimmt – und ist nachvollziehbar, wer wie gestimmt hat?
- Bundestag hat abschließend abgestimmt (erfüllt)8/8
- Namentliche Abstimmung – jede Stimme öffentlich (nicht erfüllt)0/4
- Bundesrat hat abschließend beraten (nicht erfüllt)0/3
Quellen
14/20Liegen die amtlichen Dokumente vor?
- Gesetzentwurf mit Begründung (erfüllt)7/7
- Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses (erfüllt)7/7
- Verkündet im Bundesgesetzblatt (nicht erfüllt)0/6
Der Score sagt nichts darüber, ob ein Gesetz gut oder schlecht ist. Die Tragweite schlägt eine KI nach festen Stufen vor, die Redaktion prüft jede Einstufung; alles andere zählt, was das Dokumentationssystem des Bundestages und unsere Analysen belegen. Methodik
Werdegang
11 Stationen in Bundestag und Bundesrat, jeweils mit Originaldokument.
29.05.2026 · Bundesrat
Gesetzentwurf
Gesetzentwurf 322/26 ↗ · Federführend: Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung
29.06.2026 · Bundesrat
Empfehlungen der Ausschüsse
09.07.2026 · Bundesrat
Plenarantrag
10.07.2026 · Bundesrat
1. Durchgang
Plenarprotokoll 1067 ↗ · Beschluss: Stellungnahme
10.07.2026 · Bundesrat
Beschlussdrucksache
29.07.2026 · Bundestag
Gesetzentwurf
23.09.2026 · Bundestag
1. Beratung
Plenarprotokoll 21/95 ↗ · Federführend: Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung · Beschluss: Überweisung
Bundestakt hat diese Debatte analysiert: 95. Sitzung · Pflege- und Gesundheitsreformen, Streit um Berliner Linke →
14.10.2026 · Bundestag
Beschlussempfehlung und Bericht
14.10.2026 · Bundestag
Bericht gemäß § 96 Geschäftsordnung BT
15.10.2026 · Bundestag
2. Beratung
Plenarprotokoll 21/102 ↗ · Beschluss: Annahme in Ausschussfassung; Annahme einer Entschließung
Bundestakt hat diese Debatte analysiert: 102. Sitzung · Notfallreform, BAföG-Novelle und Migrationsdebatte →
15.10.2026 · Bundestag
3. Beratung
Plenarprotokoll 21/102 ↗ · Beschluss: Annahme in Ausschussfassung
Bundestakt hat diese Debatte analysiert: 102. Sitzung · Notfallreform, BAföG-Novelle und Migrationsdebatte →
- CDU/CSUJa
- SPDJa
- AfDNein
- Die LinkeNein