10. Juli 2026 · 90. Sitzung
Themen / Innere Sicherheit
Innere Sicherheit
Wo stehen die Fraktionen?
Nicht aus Wahlprogrammen, sondern aus den jüngsten echten Redebeiträgen im Plenum.
Die Union bezeichnet das Gesetz als notwendige Reaktion auf ein Defizit, das sonst zu Beitragserhöhungen und höheren Arbeitskosten führen würde. Sie betont eine faire Lastenverteilung auf alle Beteiligten und verweist auf kommende Strukturreformen wie Primärversorgung, Notfallreform und Digitalisierung.
»Das Geheimnis der Akzeptanz dieses Gesetzes ist die faire Belastungsstatik.«– Albert StegemannAus der Debatte vom 10. Juli 2026 →
Die SPD nennt das Gesetz ausdrücklich keine Reform, sondern eine Notbremse für die Ausgaben. Sie verweist auf durchgesetzte Korrekturen bei Familienversicherung, Zuzahlungen, Krankengeld und Psychotherapie und hätte langfristig eine Bürgerversicherung bevorzugt.
»Dieses Gesetz ist keine Gesundheitsreform. Dieses Gesetz ist auch kein Gesetz, wo nach Verabschiedung die Sektkorken knallen.«– Dagmar SchmidtAus der Debatte vom 10. Juli 2026 →
Die Grünen sehen einen Bruch mit der solidarischen Lastenverteilung, weil Kostentreiber und Pharmaindustrie geschont würden. Sie warnen vor Klinikinsolvenzen, überlasteten Hausarztpraxen und dem Wegfall psychotherapeutischer Kapazitäten und kündigen Korrekturgesetze an.
»Sie beschließen heute ein Gesetz, das die Beiträge nicht stabilisieren wird.«– Britta HaßelmannAus der Debatte vom 10. Juli 2026 →
Die AfD lehnt Gesetz und Entschließungsanträge ab und wirft der Koalition ein hektisches Verfahren ohne Kenntnis der Praxisfolgen vor. Sie fordert, 18 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt zu nehmen und die Reform um ein Jahr zu verschieben.
»Dieses Gesetz ist der größte Kahlschlag im Gesundheitswesen in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.«– Martin SichertAus der Debatte vom 10. Juli 2026 →
Die Linke lehnt das Gesetz als Angriff auf die Gesundheitsversorgung ab und kritisiert das Verfahren mit 279 Seiten Änderungsanträgen. Sie fordert stattdessen eine Bürgerversicherung ohne Beitragsbemessungsgrenze, in die alle Einkommensarten einzahlen.
»Mit Ihrer Jastimme zu diesem Gesetz legen Sie heute die Axt an die Gesundheitsversorgung der Menschen in diesem Land.«– Heidi ReichinnekAus der Debatte vom 10. Juli 2026 →
Der SSW-Abgeordnete Stefan Seidler weist darauf hin, dass Vertreter nationaler Minderheiten grundsätzlich fraktionslos in den Bundestag einziehen und dadurch in ihren Mitwirkungsrechten eingeschränkt sind. Er wirbt für maßvolle Geschäftsordnungsänderungen und erreicht die Überweisung seines Antrags.
»Unsere nationalen Minderheiten sind ein Teil unseres Landes; das sieht man jetzt auch in unserem Parlament.«– Stefan SeidlerAus der Debatte vom 25. März 2025 →
4 Sitzungen
8. Juli 2026 · 88. Sitzung
GKV-Reform im Eilverfahren und Klimapolitik-Streit
26. Juni 2026 · 87. Sitzung
Infrastruktur-Zukunftsgesetz und Rentenkommission
25. März 2025 · 1. Sitzung
Konstituierung des 21. Bundestages
Geprüfte Behauptungen zu Innere Sicherheit
»Projektionen sagen relativ treffsicher voraus, dass die GKV schon im Jahr 2027 ein Defizit von 20 Milliarden Euro aufweisen wird, das bis zum Jahr 2030 auf 40 Milliarden Euro hochläuft.«
»Dieses Gesetz löst ein Problem, mit dem sich alle, egal wer regiert, beschäftigen müssten: nämlich ein Defizit in der gesetzlichen Krankenversicherung von 18,5 Milliarden Euro.«
»bis zu 140 000 Arbeitsplätze und die Versorgung von 17,5 Millionen Menschen sind gefährdet, meine Damen und Herren,«
»Wir haben in den vergangenen Jahren aus politischer Überzeugung dafür gesorgt, dass die Löhne in der Pflege in den letzten zehn Jahren um über 40 Prozent gestiegen sind.«
»Die Einnahmen der Krankenhäuser werden mit diesem Gesetz um 5,5 Milliarden Euro gekürzt. Laut Prognosen wird die Hälfte aller Krankenhäuser bis 2030 von Insolvenz bedroht sein oder schließen.«
»Vier Jahre faktische Rezession als einziges Industrieland auf der Welt. Alle 20 Minuten muss ein Unternehmen für immer seine Tore schließen. Jeden Monat werden 15 000 Arbeitsplätze durch Ihre Politik vernichtet. Ihre Bürokratie frisst jedes Jahr 147 Milliarden Euro Wirtschaftsleistung.«
»Deswegen sind wir in einer Phase der Stagnation – schlimm genug! – aber in einer Phase der Stagnation und nicht in einer Rezession, wie Sie hier immer wieder fälschlicherweise behaupten.«
»Dann würden Sie zur Kenntnis nehmen, dass seit 2025, seitdem wir mit der SPD koalieren, die Zahl der Wärmepumpeninstallationen um 55 Prozent«
»Die Landesbank Baden-Württemberg stellt fest: Biogas könnte selbst mit Importen gerade mal lächerliche 6,3 Prozent des Erdgasverbrauchs für Wohnungen und Häuser decken.«
»In diesem Sommer starben bereits 5 100 Menschen in Deutschland an der Hitze;«