9. Juli 2026 · 89. Sitzung
Themen / Rente & Soziales
Rente & Soziales
Wo stehen die Fraktionen?
Nicht aus Wahlprogrammen, sondern aus den jüngsten echten Redebeiträgen im Plenum.
Die Union verteidigt das Paket als überfällige Modernisierung und betont, dass Nichtstun teurer werde. Sie verweist auf Bürokratieabbau durch Beweislastumkehr bei Berichtspflichten und auf die Notwendigkeit stabiler Lohnnebenkosten für den Wirtschaftsstandort.
»Aber sparen, ohne zu sparen, das geht halt leider nicht.«– Jens SpahnAus der Debatte vom 9. Juli 2026 →
Die SPD hebt hervor, dass die Reichensteuer angehoben und eine Superreichensteuer eingeführt wird, und verteidigt die Facharztgarantie als Gerechtigkeitsfrage. Zugleich räumen SPD-Abgeordnete ein, dass Kürzungen bei Familienleistungen im Haushaltsverfahren korrigiert werden müssten.
»Aber eine Lücke von 34 Milliarden Euro zu schließen, das ist eine Notwendigkeit, weil wir einfach nicht so weitermachen können.«– Matthias MierschAus der Debatte vom 9. Juli 2026 →
Die Grünen nennen die Entlastung eine Mogelpackung, weil steigende Sozialbeiträge die Steuersenkung neutralisierten. Sie fordern stattdessen eine Senkung der Krankenkassenbeiträge um zwei Prozentpunkte und den Verzicht auf Kürzungen bei Elterngeld, Wohngeld und Kindersofortzuschlag, gegenfinanziert über Dienstwagenprivileg und Erbschaftsteuer.
»Jede einzelne Kürzung war eine Entscheidung für diese und gegen eine Alternative.«– Katharina DrögeAus der Debatte vom 9. Juli 2026 →
Die AfD wirft der Regierung Wortbruch und Ausgabenwut vor und fordert stattdessen Streichungen bei Bürgergeld, Migration und Klimapolitik. Sie kritisiert die Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag als unmenschlich und fordert die Einbeziehung von Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung.
»Sie entlasten die Steuerzahler nicht; Sie belasten sie weiter.«– Alice WeidelAus der Debatte vom 9. Juli 2026 →
Die Linke spricht von Sozialkahlschlag und fordert eine Bürgerinnen- und Bürgerversicherung, die Stärkung der gesetzlichen Rente, eine Vermögensteuer und die Abschaffung der Schuldenbremse. Sie kritisiert vor allem die Streichung des Kindersofortzuschlags und die Kürzung beim Unterhaltsvorschuss.
»Sie nehmen armen Kindern noch das Letzte weg, anstatt endlich Milliardäre vernünftig zu besteuern.«– Heidi ReichinnekAus der Debatte vom 9. Juli 2026 →
2 Sitzungen
26. Juni 2026 · 87. Sitzung
Infrastruktur-Zukunftsgesetz und Rentenkommission
Geprüfte Behauptungen zu Rente & Soziales
»Von Januar bis Juni wurden in Deutschland über 3 000 neue Firmen gegründet.«
»Wir haben heute einen über 30 Prozent höheren Auftragsbestand als zum Ende des Jahres 2024.«
»Die ersten Zahlen zeigen, dass mittlerweile mehr als 10 000 Beschäftigte im ersten Halbjahr 2026 in den Betrieben von diesem Angebot Gebrauch gemacht haben, von einem Angebot, länger zu arbeiten und dafür bis zu 24 000 Euro im Jahr an zusätzlichem, steuerfreiem Einkommen zu haben.«
»Der Bundesminister der Verteidigung, Pistorius, musste das schmerzlich erfahren, nachdem als Reaktion auf die circa 300 000 versendeten Fragebögen zur Wehrerfassung lediglich knapp 530 Meldungen zum freiwilligen Wehrdienst folgten.«
»Bis heute, zwölf Tage danach, kein einziges Wort vom Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland zu einem Wochenende, an dem das RKI gerade 4 310 Hitzetote gemeldet hat!«
»Mehr als 10 000 Industriejobs fallen jeden Monat einfach weg.«
»Monat für Monat fallen 15 000 Industriearbeitsplätze weg.«
»Der EU-Durchschnitt liegt bei 18 Verkehrstoten jährlich pro 1 000 Kilometer Autobahn. In Deutschland sind es 24 Tote pro 1 000 Kilometer Autobahn.«
»Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland 368 000 reine Elektroautos verkauft. Das sind doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum des Jahres 2024 unter der Ampelregierung.«
»Ein Beispiel, meine Damen und Herren: Das Antragsniveau des nationalen Kindergeldes, das in Bulgarien monatlich gezahlt wird, liegt bei 27 Euro. Arbeitet nun ein Minijobber hier in Deutschland und hat ein Kind in Bulgarien, erhält er die vollen 250 Euro.«